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Bei der Ver­mehrung von Pflanzen greifen Profis und Hob­bygärt­ner gerne zu so genan­ntem Bewurzelungspul­ver, das ein sicher­eres und schnelleres Anwach­sen der neuen Pflanze gewährleis­ten soll. Doch viele chemis­che Mit­tel sind für Hob­bygärt­ner nicht erhältlich, oder man möchte bewusst auf Chemie verzicht­en. Wir ver­rat­en ver­schiedene Haus­mit­tel, mit denen die Aktivierung des Wurzelwach­s­tums den­noch gelingt.

Quelle: www.selbstversorger.de/bewurzelungspulver-hausmittel

Wie geht Wurzelaktivierung?

Zunächst sollte man sich verdeut­lichen, worum es bei der Aktivierung des Wurzelwach­s­tums über­haupt geht, denn erst dann lassen sich die einzel­nen Mit­tel und Wurzelpul­ver-Alter­na­tiv­en hin­sichtlich ihrer Wirk­samkeit beurteilen. Außer­dem kön­nen mögliche Vor­sichts­maß­nah­men gezielt in die Anwen­dung ein­be­zo­gen werden.

Direk­te Anre­gung durch Hormone

Die direk­teste Form der Aktivierung, die auch mit klas­sis­chem Bewurzelungspul­ver erre­icht wird, ist die Wach­s­tums­förderung über den Ein­satz von Wach­s­tumshormo­nen. Beson­ders wirkungsvoll sind die im Bewurzelungspul­ver enthal­te­nen Sub­stanzen Indol-3-Essigsäure, Indol-3-But­ter­säure und 1‑Naphtalynessigsäure. Aber auch Haus­mit­tel kön­nen diese Hor­mone, wenn auch in weit gerin­ger­er Konzen­tra­tion, bein­hal­ten. Die Hor­mone regen unmit­tel­bar das Zellwach­s­tum an und sor­gen so für ein schnelleres und inten­siveres Wurzelwachstum.

Förderung durch son­stige Vorteile

Die zweite Möglichkeit der Wach­s­tums­förderung ist nicht die direk­te Ein­flussnahme auf die Wurzel­bil­dung, son­dern viel mehr die Begün­s­ti­gung des Wach­s­tums durch vorteil­hafte Umge­bungs­be­din­gun­gen. Dazu gehört ein­er­seits die Vorhal­tung aller erforder­lich­er Nährstoffe, aber auch die Abtö­tung möglicher­weise nachteiliger Keime. Diese Funk­tio­nen wer­den vom echt­en Bewurzelungspul­ver nicht über­nom­men, kön­nen aber durch zahlre­iche Mit­tel aus der Küche, sowie selb­st erstelle Haus­mit­tel ergänzend erbracht werden.

Hausmittel zur Wurzelbildung

Zur Aktivierung des Wurzelwach­s­tums kom­men zahlre­iche Haus­mit­tel in Frage:

1 – Weidenwasser

Weide nah

  • Her­stel­lung: Sud aus heißem Wass­er mit kleingeschnit­te­nen Blät­tern und Jungtrieben der Wei­de, für min­destens 24 Stun­den gezogen
  • Anwen­dung: Triebe vor Ein­set­zen einige Stun­den im Wei­den­wass­er ste­hen lassen
  • Inhaltsstoffe: zahlre­iche Aux­ine (Phy­to­hor­mone) und echte Wachstumshormone
  • Wirkungsweise: Direk­te Anre­gung des Wurzelwach­s­tums, sowie Abwehr von Pilzen und Bakterien

TIPP: Wei­den­wass­er gilt auch unter pro­fes­sionellen Gärt­nern als echte Alter­na­tive zum chemis­chen Bewurzelungspul­ver und als eines der wirk­sam­sten selb­st her­stell­baren Mit­tel überhaupt!

2 – Zimt

  • im Lebens­mit­telfach­han­del vorgemahlen erhältlich
  • Inhaltsstoffe: desin­fizierende Inhaltsstoffe, wie Antioxidantien
  • Anwen­dung: Steck­ling vor dem Einpflanzen an der Schnit­tfläche mit Zimt­pul­ver einreiben
  • Wirkungsweise: Desin­fek­tion der Schnittstelle, somit gün­stigere Aus­gangslage für Wurzelbildung

3 – Apfelessig

  • Her­stel­lung: Lösung aus 6 Tassen Wass­er und einem Teelöf­fel Apfelessig
  • Inhaltsstoffe: Essigsäure
  • Anwen­dung: Steck­ling kurz in Essig-Wass­er-Lösung ein­tauchen und einpflanzen
  • Wirkungsweise: tötet gezielt Pilze ab und schützt vor Wach­s­tumshem­menden Infektionen.

ACHTUNG: Apfe­lessig kann neben den Pilzen auch den Steck­ling selb­st abtöten. Daher sollte er nur kurz und unbe­d­ingt in angegeben­er Verdün­nung angewen­det wer­den! Auch in Kom­bi­na­tion mit Bewurzelungspul­ver oder anderen fördern­den Stof­fen kann sich eine nachteilige Auswirkung auf deren Wirk­samkeit zeigen!

4 – Honig

Honig Bewurzelungspulver

  • im Lebens­mit­tel­han­del erhältlich
  • Inhaltsstoffe: Enzyme, Vit­a­mine B, PP, C, K, E, Ascorbin­säure, Mineralien
  • Anwen­dung: Schnittstelle des Set­zlings vor Einpflanzen mit Honig bestreichen
  • Wirkungsweise: Abtö­tung von Bak­te­rien und Pilzen als Wach­s­tumshem­mer, Förderung durch Ver­sorgung mit Nährstof­fen, die über Schnit­tflächen direkt in die Leitungs­bah­nen gelangen

ALTERNATIV: Statt den Zweig direkt mit Honig zu bestre­ichen, kann auch eine Lösung von einem Teelöf­fel Honig auf einein­halb Liter Wass­er erstellt wer­den, in die der Trieb mit der Schnit­tfläche für etwa 12 Stun­den eingestellt wird.

5 – Aspirin

  • in der Apotheke erhältlich
  • Inhaltsstoffe: Acetyl­sal­i­cyl­säure
  • Anwen­dung: Triebe für mehrere Stun­den in Aspirin­lö­sung ste­hen lassen
  • Wirkungsweise: Desin­fek­tion der Schnit­tfläche und Förderung des Nährstoff­trans­ports bei der Wurzelbildung

6 – Kartoffeln

  • im Lebens­mit­tel­markt erhältlich, auch gut mit bere­its nicht mehr verzehrfähi­gen Kartof­feln möglich, so lange keine Fäul­nis oder Schim­mel vorhanden
  • Inhaltsstoffe: wach­s­tums­fördernde Enzyme, Nährstoffe, v.a. Stärke
  • Anwen­dung: Steck­ling in vor­bere­it­etes Loch in der Kartof­fel steck­en und dann mit­samt Kartof­fel im Boden einpflanzen
  • Wirkungsweise: Kartof­fel ver­sorgt Steck­ling direkt mit wach­s­tums­fördern­den Enzy­men und stellt darüber hin­aus opti­males Nährstof­freser­voir für erste Wach­s­tum­sphase dar, später Zer­set­zung der Knolle

7 – Aloe Vera-Saft

  • Her­stel­lung: Lösung aus einem Glas Wass­er und einem Ess­löf­fel Aloe Vera-Gel aus dem Reformhaus erstellen
  • Inhaltsstoffe: anti­sep­tis­che Wirk­stoffe, wach­s­tums­fördernde Enzyme und ver­schiedene Nährstoffe
  • Anwen­dung: Steck­ling in der Lösung wurzeln lassen, anschließend in Anzuch­ter­de einpflanzen
  • Wirkungsweise: Stärkung der Pflanze durch Nährstoffmix, Gesun­der­hal­tung durch anti­sep­tis­che Wirkung, Förderung der Wurzel­bil­dung durch enthal­tene Enzyme

Aloe Saft

8 – Hefe-Lösung

  • Her­stel­lung: Lösung aus 100 Gramm Trock­en­hefe und einem Liter lauwarmem Wass­er erstellen
  • Inhaltsstoffe: Enzyme als Stof­fwech­sel­pro­duk­te der Hefepilze
  • Anwen­dung: Steck­linge einen Tag in Lösung stellen, anschließend abwaschen und in nor­malem Wass­er wurzeln lassen
  • Wirkungsweise: Beschle­u­ni­gung des Wurzelwach­s­tums durch enthal­tene wach­s­tums­fördernde Enzyme

Mäßigung statt Masse

Set­zt man die beschriebe­nen Stoffe als Ersatz für kün­stliche Bewurzelungspul­ver ein, mag man zuerst ver­leit­et sein, die Mit­tel im Über­maß einzuset­zen. Denn viel hil­ft bekan­ntlich viel und da Haus­mit­tel ja meist etwas weniger stark wirken, als ihre chemis­chen Geschwis­ter, lohnt etwas mehr alle­mal. Hier sei jed­er Hob­bygärt­ner gewarnt, es mit dem Ein­satz der natür­lichen Alter­na­tiv­en zu übertreiben. Denn auch wenn man hier tat­säch­lich mit weni­gen Aus­nah­men kaum etwas falsch machen kann, kann eine zu stark angeregte Wurzel­bil­dung der Pflanze schaden. Denn wach­sen die Wurze­ladern zu schnell, kön­nen sie nur unzure­ichend stark aus­ge­bildet wer­den, sodass das Wach­s­tum­stem­po ganz klar zu Las­ten der Stärke der späteren Pflanze geht.

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